Sich selbst treu bleiben

Wie geht es Ihnen, wenn Sie morgens in den Spiegel schauen? Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut? Oder sind Sie wieder auf den ein oder anderen faulen Kompromiss eingegangen, obwohl es Ihnen widerstrebt hat? Bleiben Sie sich selbst treu?

Die Parallele zwischen Menschen und Marken liegt nahe:

Große Persönlichkeiten bleiben sich selbst treu, große Marken auch.

Mahatma Gandhi stand sein ganzes Leben lang für Wahrheit, Gewaltlosigkeit und Selbstbestimmung. Er hat danach gelebt und wurde deswegen verehrt. Hipp ist ein Unternehmen, in dem ökologisches und soziales Verantwortungsbewusstsein tief verwurzelt ist. Dafür steht Klaus Hipp mit seinem Namen – dafür bekommt er Respekt und Anerkennung.

Man weiß, woran man bei solchen Menschen oder Marken ist und was man an ihnen hat.

Deshalb ist es vielleicht auch nicht so überraschend, dass Wolfgang Schäuble laut ARD Deutschlandtrend (Mai 2011) Deutschlands beliebtester Politiker ist. Er ist nicht besonders charmant, witzig oder gar freundlich. Er schaut oft grimmig drein und verkündet auch unliebsame Inhalte, z. B. die Notwendigkeit, dass alle in Deutschland den Gürtel enger schnallen müssen. Aber man weiß genau, woran man bei ihm ist. Das schafft Vertrauen und Sicherheit. Der Mann hat einen Standpunkt. Genauso ist IWC „Der Uhr“ – ein Statement, das sicherlich polarisiert, aber ein klares Bekenntnis zur männlichen Zielgruppe ist.

Jede Marke braucht einen Standpunkt.

Denken Sie nur an folgende Politiker: Angela Merkel, Joachim Gauck, Oskar Lafontaine, Christian Wulff. Sicherlich haben Sie ein mehr oder weniger klares Gefühl, wer sich von diesem Politikern selbst treu bleibt oder wer mehr einem wandlungsfähigen Chamäleon ähnelt.

Eine starke Marke braucht einen
„Reason for Being“. Warum gibt es mich?

Mutter Teresa war beseelt von einer großen Idee: Dem Kampf gegen die Armut und der Hilfe für die Armen. 3M postuliert hingegen: We want to solve unsolved problems innovatively.

Eine starke Marke steht für klare Werte:
Wofür stehen wir ein?

Joachim Gauck verkörpert die Werte Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit. Audi steht für Hochwertigkeit, Sportlichkeit und Progressivität.

Eine starke Marke hat eine klare Vision:
Wo wollen wir hin?

27 lange Jahre saß Nelson Mandela im Gefängnis. Er ließ sich durch die Haft nicht brechen, er hatte eine große Vision, die ihn die Qualen und die Zeit in der Zelle überstehen ließ. Nelson Mandelas Vision war ein rassismusfreies, geeintes und demokratisches Südafrika. Er setzte seine Vision als Präsident von Südafrika durch und gab einem ganzen Land eine neue Zukunft.

Reinhold Messners Ziel war das Erklimmen aller Achttausender. Er hat bei seinem großen Ziel an einem Berg seinen Bruder verloren – und es trotzdem geschafft. Und: Er hat vielen Marken einiges voraus. Nach dem Erreichen seines großen Zieles hat er sich neue Ziele gesetzt: Die Durchwanderung von Wüsten. Das Ziel von Henry Ford war die Demokratisierung des Automobils. Heute muss man sich bei Ford allerdings fragen, ob es eine neue große Vision gibt, für die die Mitarbeiter auch bereit sind, sich ins Zeug zu legen.

Eine starke Marke braucht ein klares Versprechen: Warum soll der Kunde uns kaufen?

Bei Swarovski heißt dieses Versprechen: Swarovski bringt mich zum Staunen und inspiriert… Man kann es spüren: Ob in den Kristallwelten in Wattens (Österreich), bei dem schönen Schmuck, den Sammelfiguren oder bei der Inspiration von Modedesignern – das Versprechen wird immer erfüllt.

Die einfachsten Fragen sind immer die besten.
Wo stehen Sie mit Ihrer Marke?

Und denken Sie daran. Eine Marke kann sich nicht selbst treu bleiben. Ein Stuhl kann auch nicht zur Tür gehen. In beiden Fällen bedarf es der Unterstützung von Menschen – Menschen, die dafür sorgen, dass sich die Marke selbst treu bleiben kann.

Es braucht Kraft und Leidenschaft, um seine Werte nicht aus den Augen zu verlieren. Als Steve Jobs im Jahr 1997 an die Spitze des Apple Konzerns zurückkehrte, erkannte er sein Unternehmen nicht wieder. Apple bot unzählige Produkte an, hatte aber seinen Innovationsvorsprung verloren. Die Marke war nichts Besonderes mehr – Apple war nicht mehr Apple. In einer beeindruckenden Ansprache verkündete er den Mitarbeitern seine neue Strategie – die Rückbesinnung auf Apples ureigene Werte: Kreativität und Innovation. 1998 konnte er den iMac präsentieren, 2001 den iPod. Der Rest ist Geschichte.

In diesem Sinne, um mit Steve Jobs zu sprechen: „Stay hungry, stay foolish.“ Und: Stay true to your brand.

Ihr Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch

Bleiben Sie auf dem laufenden

ESCH. Blog abonnieren


Case Studies

Wir steigern den Erfolg Ihrer Marke. Kontaktieren Sie uns.