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Meta, Meta an der Wand, wird alles besser im Facebook-Land?

von Franz-Rudolf Esch

Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch I ESCH. The Brand Consultants GmbH
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    Was Google kann, kann Facebook auch

    Google hat mit Alphabet schon lange den Schritt vollzogen, den nun auch Facebook gegangen ist. Das Dach der Gruppe, zu der neben Facebook auch Instagram, WhatsApp und Occular VR gehören, wurde in Meta Platforms umbenannt.

    Grundsätzlich ist dies a) eine unternehmerische Entscheidung, die so zu akzeptieren ist und b) selbstredend auch eine Alternative für viele Unternehmen, bei denen die Dachmarke für ein Konglomerat aus Corporate Brands so lautet wie eine dieser Unternehmensmarken.

    Das Signal ist klar: Die Dachmarke ist mehr als nur die Unternehmensmarke, in diesem Fall also mehr als Facebook. Das ist zunächst auch unbestritten wahr.

    Werden unter der neuen Dachmarke Meta Platforms die Haltung und das Wertesystem besser?

    Die neue Dachmarke bringt mit dem Wort Meta die neue Vision von Mark Zuckerberg zum Ausdruck, der ein Metaversum ins Leben rufen möchte. Im Metaversum können Menschen noch tiefer ins Internet eintauchen und eine dreidimensionale, virtuelle Welt betreten, in der sie sich mit anderen treffen und austauschen. Eintauchen heißt in dem Fall aber auch, dass man sich schnell darin verlieren und viel Lebenszeit im Metaversum verbringen kann.

    Offen gestanden weiß ich nicht, ob ich mich darauf freuen soll. Denn fraglich ist bei der Umbenennung von Facebook in Meta Platforms die Rolle, die eine solche Dachmarke einnimmt. Konkret: Inwiefern nimmt sie Einfluss auf die Unternehmensmarken, deren Strategien, aber auch deren Haltung und Verhalten im Markt?

    Von „die Welt näher zusammenbringen“ zu „die Welt spalten“

    Besonders die Haltung ist hier entscheidend. Und da gewinnt man den Eindruck, als sei Meta Platforms ein Zaubertrick Mark Zuckerbergs: Mit der neuen Dachmarke lässt er Facebook verschwinden und damit vermeintlich auch die Probleme, die ihm Facebook gerade bereitet. Dabei war alles so gut gestartet. Mark Zuckerberg wollte mit Facebook die Welt näher zusammenbringen. Das war sein Mission-Statement, sein „reason for being“, mit dem er angetreten ist. Und die Plattform hat sich prächtig und mächtig entwickelt.

    Sie hat allerdings zwei Seiten: die Gute und die Schlechte. Die Schlechte ist die, wo Menschen oder Systeme ihre Hetze hemmungslos und fast ungehindert auf Facebook verbreiten können. Menschen und Institutionen werden demoliert, falsche Wahrheiten in Umlauf gebracht. Nicht zuletzt durch Trump haben wir gelernt, wie ein solches System manipulierbar ist.

    Mark Zuckerberg schaut zu. Auf der einen Seite häuft das Unternehmen Milliardengewinne an, auf der anderen Seite wird viel zu wenig gemacht, um diesen Hetzkampagnen Einhalt zu gebieten. Die Welt wächst dadurch nicht zusammen, sie spaltet sich. Die Mission wird zur Farce, von Haltung seitens Facebook kann hier keine Rede sein, das Wertesystem, das jeder gute Bürger haben müsste, ist aus dem Ruder gelaufen.

    Wird das durch Meta Platforms besser? Ich glaube nicht, denn: Die handelnden Personen und deren Antrieb sind die Gleichen. Facebook verschwindet nicht, es erscheint nur in einem neuen Gewand mit einer Vision vom Metaversum, die einen erschrecken lässt.

    Ich bin kein Freund von Regulierung, aber hier ist Regulierung angesagt. Es kann nicht sein, dass in der digitalen Welt andere Spielregeln gelten als in der realen Welt. Die Wertschätzung und der Respekt gegenüber Menschen sind ein hohes, wenn nicht gar unser höchstes Gut.

    Was tun Unternehmen und Facebook-Nutzer?

    Aber man muss sich auch fragen, was Unternehmen, die Facebook als Kommunikationsplattform nutzen und Menschen, die dort ein Profil haben, tun. Zeigen Sie klare Kante und Haltung und meiden sie Facebook oder schalten ihren Account ab? Leider machen es zu wenige. Im letzten Jahr haben viele Unternehmen mit großem Tamtam Facebook zu Recht boykottiert. Und heute sind die meisten wieder auf Facebook aktiv. Das ist keine Haltung, das ist Opportunismus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eines dieser Unternehmen Werbung in klassischen Medien schalten würde, würden dort ähnliche Parolen wie bei Facebook veröffentlicht. Das ist schon bedenklich.

    Deshalb verneige ich mein Haupt vor Patagonia und allen anderen Unternehmen, die weiter konsequent Facebook boykottieren, auch wenn es schmerzt, wie Patagonia selbst berichtete. Das nenne ich Haltung.

    Mehr Interesse an diesem Thema?

    Lesen Sie Purpose und Vision – Wie Unternehmen Zweck und Ziel erfolgreich umsetzen oder besuchen Sie unseren Blog.

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