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Fakt oder Fake?

von Franz-Rudolf Esch

Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch I ESCH. The Brand Consultants GmbH
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    Nicht erst seit US-Präsident Trump erhitzt diese Frage die Gemüter: Was ist wahr und was sind schlicht Fake News?

    Wir alle werden bombardiert mit Informationen. Alle 2 Tage werden so viel Informationen wie seit Beginn der Zivilisation bis 2003 produziert – einfach gigantisch. Und die Flut steigt weiter. Wir Menschen haben hingegen begrenzte Informationsverarbeitungskapazitäten und sind durch die schiere Flut der Informationen überfordert oder blenden diese aus.

    Gerade in sozialen Medien ist der Wahrheitsgehalt mancher Aussagen kaum prüfbar. Oft machen wir uns auch nicht die Mühe, Informationen zu prüfen. Das ist zu anstrengend. Insofern glauben wir, was in unser Denk- und Glaubensmuster passt: Deshalb gibt es auch immer noch Menschen, die davon überzeugt sind, Covid-19 sei reine Propaganda. Befreundete Ärzte in den USA haben mir davon berichtet, dass selbst Patienten auf der Intensivstation noch kurz vor ihrem Tod negierten, an Covid-19 erkrankt zu sein.

    Fakt ist, dass wir in einer Welt des Fakes leben.

    Ein Buchstabe Unterschied in der Schreibweise wird zu einem großen Unterschied in der Realität. Nur geht es dann in eine andere Richtung als erwartet. Das zeigt ein spannender Beitrag im Handelsblatt von Larissa Holzki und Till Hoppe (Ausgabe vom 4.5. und 6. Dezember). Die University of Oxford hat in einem Monat geprüft, wie die Verbreitung von Fake-News zu verlässlichen Nachrichten in sozialen Medien mit Blick auf die durchschnittliche Zahl der Interaktion mit solchen Botschaften (im Sinne von liken, kommentieren und teilen) ist.

    In Deutschland liegt das Verhältnis bei 6:1.

    Der Anteil der Interaktion mit Fake News liegt sechsmal höher als die mit verlässlichen Nachrichten.

    Unglaublich, aber wahr.

    Es wird schwer, Wahrheit von Unwahrheit zu unterscheiden. Manipulation wird Teil unseres Lebens. Doch wo fängt sie an und wo hört sie auf. Gerade im Management ist es gang und gebe, das ständig „neue“ Themen durch den Äther gejagt werden, die bei genauerem Hinschauen oft „Wein in alten Schläuchen“ sind. Schöne Verpackungen und Umformulierungen von Bekanntem. Zudem ist auch nicht alles wirklich handlungs- und entscheidungsrelevantes Wissen, das Managern hilft, bessere Entscheidungen zu treffen.

    Was heißt dies nun für Manager und Unternehmen:

    1. Manager müssen verstärkt prüfen, auf welche „Theorien“, Zahlen und Angaben sie sich verlassen können. Wir leben in einer Welt der Vereinfachung, die oft dazu führt, das wichtige Informationen so vereinfacht und reduziert werden, dass sich ein Zerrbild der Realität oder von Wirkungen ergibt, die zur Entscheidungsfindung nichts taugen. Aus Daten werden oft zu schnell Fakten gezaubert, Korrelationen werden zu gerne als Kausalitäten interpretiert, Ergebnisse, die nicht in ein Schema passen, unter den Tisch gekehrt. Wie sagte Albert Einstein schon so treffend: Macht alles so einfach wie möglich, nicht einfacher. Gerade im Management brauchen wir weniger Bestätigungsstudien von dem, was wir glauben, sondern mehr Erkenntnis- und Wirkungsstudien, die uns dabei helfen, unsere Strategien und Maßnahmen wirksamer zu gestalten.

    2. Vertrauen ist für Unternehmen das wichtigste Gut. Das ehrliche Unternehmen, das Verantwortung für sein Handeln übernimmt und als guter Bürger in der Gesellschaft tätig ist, ist gefragt. Deshalb wird es eine vorrangige Aufgabe für Unternehmen werden, für ihre Anspruchsgruppen mehr Transparenz zu schaffen, um ihr Handeln nachvollziehbar zu machen und um zu zeigen, dass ihre Produkte und Dienstleistungen nachhaltig entwickelt werden und nicht einseitig dem Profitziel folgen. Mein Kollege Michael E. Porter hat deshalb zu Recht den Ansatz des Shared Value eingeführt. Hier geht es nicht darum, den Gewinn zu vernachlässigen. Er ist für Unternehmen überlebenswichtig. Es geht vielmehr darum, dies ausgewogen zu machen und die Adressen unterschiedlicher Anspruchsgruppen und der Umwelt, in der wir leben, zu berücksichtigen.

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