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Gratulation an Apple, Gratulation an eine Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht. Das iPhone wird zehn Jahre. Der Verkauf startete am 29. Juni 2007 in den USA. Es war das erste wirklich „smarte“ Handy. Mehr als 1,3 Milliarden Geräte wurden bislang verkauft, mit einer Marktkapitalisierung von 740 Milliarden Dollar avanciert Apple zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Wer hätte das gedacht: Der Underdog, der einstige David, ist nun selbst in der Rolle des Goliaths.

 

Und dies wirft Fragen auf, Fragen, die die Zukunft des Unternehmens maßgeblich bestimmen werden. Setzt sich der Erfolg fort oder blüht Apple das, was Nokia bereits hinter sich hat: der Absturz aus dem Olymp. Gerade auf dem Höhepunkt des Erfolgs muss sich das Management diese Frage stellen.

 

 

Aus meiner Perspektive sind folgende Aspekte zu hinterfragen:

  1. Wie viel Steve Jobs steckt noch in Apple nach dessen Tod. Verwaltet man den Wohlstand oder sieht man sich als Revoluzzer der Märkte?
  2. Was treibt die Manager und das Unternehmen als Ganzes: Ist es der Profit, die nächste große Idee oder beides?
  3. Ist das Wertesystem heute noch intakt? Gilt das „stay hungry“ auch für die neue Generation der Lenker oder regiert die Vorsicht, etwas falsch zu machen. Auch bei Nokia war alles vorhanden, um den nächsten Erfolgsschritt zu gehen. Strukturen, Prozesse, verkrustete Denk- und Verhaltensweisen und die Tendenz zum Bewahren haben dies jedoch verhindert.
  4. Was ist die große Vision des Unternehmens nach Jobs? Welchen Hafen möchte man ansteuern? Folgt man dem MIT gibt es andere Unternehmen, die besser für den Wandel und die Zukunftsherausforderungen gerüstet sind als Apple.
  5. Wie kann eine Marke ihren Charme und ihre Individualität wahren, wenn jeder sie nutzt?
  6. Hat Apple die Position des Innovators an Samsung verloren und wenn ja, wie kann Apple diese zurück erobern?

 

 

Die Fragen ließen sich weiter aufreihen wie Perlen an einer Schnur.

 

Von der Ursprungsidee von Apple, mit der der Mac vermarktet wurde, ist Apple aus meiner Sicht jedenfalls Meilen entfernt. Und: Die Konkurrenz schläft nicht. Die wirklich originellen kommunikativen Ansätze kommen heute mehr von Samsung als von Apple. Und Huawei produziert auch tolle Produkte.

 

Der „ease of use“ und das überzeugende Design ist heute nicht mehr alleine die Domäne von Apple.

 

Ich glaube, Apple muss sich künftig warm anziehen und diese Herausforderungen annehmen – eben auf die für Apple typische Weise. Ohne Frage ist es nicht immer einfach, bei der hohen Erwartungshaltung gerade an diese Marke, „the next big thing“ zu liefern. Aber danach zu streben muss der Imperativ bei Apple sein.